• 23Dec

    In einem Blogeintrag von khymos.org bin ich auf das Rezept eines Sauerkraut-Schokoladenkuchens gestoßen und habe erst mal den Kopf geschüttelt. Was für eine abstruse Idee. Aber irgendwie hat mich die Idee nicht mehr losgelassen, das auch mal zu probieren. Jeder meiner Bekannten, dem ich das erzählt habe, hat erst mal das Gesicht verzogen - eben so, wie es mir am Anfang auch ging. Da ich der Sache nicht so ganz traute, habe ich im Internet weiter gesucht und habe noch einige weitere Rezepte gefunden. Und überall haben die Leute geschrieben, dass es überraschend gut war und das man das Sauerkraut nicht wirklich rausschmeckt.

    Die Theorie dahinter, warum das funktioniert, hat etwas mit Ähnlichkeiten auf molekularer Ebene zu tun. Sowohl in Schokolade, als auch im Sauerkraut kommen eine Reihe von flüchtigen Aromamolekülen gemeinsam vor. Aus diesem Grund gilt auch die Annahme, dass Sauerkraut und Schokolade zusammen passen. Dieses Konzept wurde zuerst von François Benzi verbreitet. Er war es auch, der auf einem der ersten internationalen Workshops für Molekularküche zum ersten Mal eine Kreation aus Schweineleber und Jasmin vorgestellt hat - was nach den Verlautbarungen sehr gut zusammen gepasst hat. Seither haben auch Hervé This und Heston Blumenthal viel in dieser Richtung probiert. Letzterer verwendet die Ergebnisse seiner Suche nach interessanten Paarungen in den Rezepten seines Restaurants The Fat Duck.

    Das Rezept, das ich verwendet habe ist wie folgt:

    • 170g Butter
    • 300g Zucker
    • 3 Eier
    • 1 Päckchen Vanillezucker
    • 150ml kalter Kaffee
    • 100ml Wasser
    • 250g Mehl
    • 50g ungesüßtes Kakaopulver
    • 1 TL Backpulver
    • 1 TL Natron
    • 1/2 TL Salz
    • 300g ausgedrücktes Sauerkraut (gehackt)

    Schritt 1:

    Alle Zutaten außer dem Sauerkraut in eine Schüssel geben und zu einem Teig verrühren. Wenn ein gleichmäßiger Teig entstanden ist, das Sauerkraut unterrühren.

    Schritt 2:

    Das ganze bei 180°C ca. 40 Minuten backen. Wenn die Stäbchenprobe in Ordnung ist, den Kuchen aus dem Ofen nehmen und abkühlen lassen.

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  • 21Dec

    Eigentlich hatten wir uns mit Freunden getroffen um Plätzchen zu backen. Eine Tätigkeit, die einfach in die Vorweihnachtszeit gehört. Aber wie das so ist, da wir bereits früh angefangen hatten, waren wir schon am Nachmittag fertig, aber keiner hatte Lust nach Hause zu gehen. Wir hatten uns also darauf geeinigt, gemeinsam noch einen Film anzuschauen und was zu essen. Die Entscheidung mit dem Essen fiel dann mir zu. Und da an einem Sonntag die Einkaufsmöglichkeiten sehr begrenzt sind, habe ich im Vorrats- und Kühlschrank gestöbert und diverse Gläser mit eingelegten Tomaten, Artischocken, Sardellen und etwas Schafskäse zu Tage gefördert. Mit etwas Hefe und Mehl ließe sich da sicher was draus machen. Da wir nicht genug Käse hatten, war die Pizza aus dem Rennen, weswegen wir uns für den dicken Bruder der Pizza – die Focaccia entschieden.

    Focaccia ist vom Teig her eigentlich das gleiche wie eine Pizza, wird aber nicht so dünn ausgerollt, so dass das Ergebnis einem Fladenbrot ähnelt. Der Teig besteht in der Basis aus Mehl, Hefe, ein wenig Salz, ein wenig Zucker, Wasser und etwas Olivenöl. Man kann ihn aber auch problemlos um weitere Zutaten wie Nüssen, eingelegte Tomaten, Oliven oder frischen Kräuter erweitern. Ich habe auch schon Rezepte gesehen, die Würfel von San Daniele Schinken und gerösteten Fenchelsamen in den Teig tun. Das ganze wird dann ja nach Wunsch belegt und mit Olivenöl beträufelt.

    Da wir uns nicht einigen konnten, haben wir verschiedne Teile gemacht.

    Grundrezept für den Teig:

    • 500g Mehl
    • 20g Hefe
    • 350ml warmes Wasser
    • 1 TL Salz
    • 1 TL Zucker
    • 1 EL Ölivenöl

    Schritt 1:

    Lösen Sie die Hefe in warmem Wasser auf und fügen Sie Salz und Zucker hinzu. Geben sie das Wasser mit der Hefe und das Olivenöl zum Mehl und verkneten Sie es zu einem Teig. Es sollte ein geschmeidiger Teig werden. Kneten Sie ggf. alle weiteren Zutaten, die in den Teig sollen, ein. Stellen Sie den Teig an einen warmen Ort und lassen Sie ihn 30 Minuten gehen.

    Schritt 2:

    Kneten Sie den Teig, der inzwischen aufgegangen sein sollte, nochmals kräftig durch. Und lassen ihn für eine weitere Stunde gehen.

    Schritt 3:

    Kneten Sie den Teig kurz durch und rollen sie ihn dick auf einem Blech aus. Drücken Sie mit dem Finger Vertiefungen in den Teig. Wenn gewünscht belegen Sie den Teig mir Zutaten wie Schinken, eingelegten Tomaten oder anderen Dingen. Auch wenn sie keinen anderen Belag drauf tun möchten, bietet es sich an, frische Kräuter wie Rosmarin oder Thymian, Salz und Pfeffer drauf zu tun. Am Ende noch mit Olivenöl beträufeln, dass sich dann in den Vertiefungen sammeln kann.

    Schritt 4:

    Lassen sie den Teig nochmals ca. 15 Minuten ein wenig aufgehen. Schieben Sie danach das Blech bei 220°C für 20 – 25 Minuten in den Ofen.

    Tipps: Kleingeschnittene eingelegte Artischockenherzen eigenen sich nicht als Belag, da sie durch das Backen sehr hart werden können. Sardellenfilets geben dem ganzen eine leckere salzige Note. Wenn Sie mitgebacken werden, haben sie danach eine sehr pastöse Textur und zergehen mit einem leckeren salzigen Geschmack auf der Zunge. Warm essen ist durchaus angebracht, aber auch kalt ist es noch sehr lecker, da es nicht einfach ein lätschiges Stück Teig ist – wie man es ja von der Pizza kennt.

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  • 10Dec

    Eine sehr einfache, aber schmackhafte Art einen Truthahn zu machen ist in meinen Augen der Truthahn mit Ahorn-Cidre-Butter. Dabei wird die Butter auf und unter die Haut gegeben bevor der Vogel in den Ofen kommt. Wer sich vor dieser Aufgabe nicht scheut, hat danach kaum mehr Arbeit, denn bis der Truthahn fertig ist, muss nur nach 30 Minuten die Hitze reduziert werden und das ganze leicht mit Alufolie abgedeckt werden. Heraus kommt ein saftiger Truthahn. Die Zwischenzeit kann man dazu nutzen andere Dinge vorzubereiten (daran denken, der Ofen ist mit der Pute belegt) oder sich nochmal vor dem großen Essen auszuruhen.

    Das Rezept ist für etwa 12 Leute ausgelegt.

    Zutaten

    Für die Butter

    • 500ml Cidre oder Apfelwein
    • 80 ml echten Ahornsirup
    • 1 EL frischer gehackter Thymian
    • 1 EL frischer gehackter Majoran
    • 2 1/2 EL geriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
    • 180 g Butter
    • Salz und Pfeffer zum Abschmecken

    Für den Truthahn

    • 1 Pute von ca 6 - 6,5 kg
    • 150g Karotten grob gewürfelt
    • 150g Sellerie grob gewürfelt
    • 350g Zwiebeln grob gewürfelt
    • 1 EL frischer gehackter Thymian
    • 1 EL frischer gehackter Majoran
    • 500ml Hühnerfond oder Hühnerbrühe
    • 25g Mehl
    • 1 TL Thymian
    • 1 Lorbeerblatt
    • 30ml Calvados (optional)

    Die Zubereitung

    Schritt 1:

    Kochen Sie den Cidre (Apfelwein) zusammen mit dem Ahornsirup in einer schweren Pfanne bei mittlerer Hitze auf etwa 1/5 der Menge ein. Nehmen Sie den Topf vom Herd und fügen Sie den Thymian, den Majoran und die geriebene Zitronenschale hinzu. Fügen Sie danach die Butter hinzu und rühren Sie so lange, bis sich die ganze Butter aufgelöst hat. Schmecken Sie danach mit Salz und Pfeffer ab. Die Butter abgedeckt im Kühlschrank auskühlen lassen, damit sie wieder ein feste Konsistenz annimmt. (Die Butter kann auch schon gut ein oder zwei Tage im Voraus zubereitet werden)

    Schritt 2:

    Den Ofen auf 190°C vorheizen. Den Truthahn waschen, abtrocknen und auf ein tiefes Backblech legen. Vorsichtig mit der Hand auf der Brustseite unter die Haut fahren um diese behutsam an Brust und Keule anzuheben. Verteilen Sie danach etwa die Hälfte der Ahorn-Cidre-Butter unter der Haut. Wenn Sie den Truthahn füllen wollen, ist jetzt der richtige Zeitpunkt. Aber auch ohne Füllung wird er wunderbar. Verteilen sie ein weiteres Viertel der Butter auf der Haut der Pute.

    Schritt 3:

    Geben Sie die grob gewürfelten Karotten, Sellerie und Zwiebeln auf das Blech um den Truthahn. Streuen sie den Thymian und Majoran über das Gemüse und fügen Sie den Hühnerfonds hinzu.

    Schritt 4:

    Geben Sie die Pute für 30 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Reduzieren danach die Temperatur auf 175°C und decken Sie die Pute mit Alufolie ab. Warten Sie weitere ca. 3-4 Studen bei einer ungefüllten und 4-5 Stunden bei einer gefüllten Pute. Sie ist dann fertig, wenn die Temperatur an der dicksten Stelle der Keute 80°C und die Füllung 75°C erreicht hat. Nehmen Sie die Pute aus dem Ofen und decken sie mit Alufolie ab. Bewahren Sie den Bratensaft für die Soße auf.

    Schritt 5:

    Seihen Sie den Bratensaft in einen Topf ab und warten, bis sich das Fett oben abgesetzt hat. Entfernen Sie das Fett grob mit einem Esslöffel. Kochen Sie die Flüssigkeit im Topf auf. Vermischen sie die übrige Butter mit Mehl zu einer Paste (um die Klümpchenbildung zu verhindern) und mischen Sie diese in den Bratensaft. Fügen Sie Thymian und Lorbeerblätter hinzu (wahlweise zusätzlich auch Calvados) und kochen Sie das ganze ein wenig ein bis die Soße andickt. Schmecken Sie es mit Salz und Pfeffer ab.

    Dazu passt Cranberry-Sauce

    Zusätzlich zur Soße, schmeckt auch eine selbstgemachte Cranberry-Sauce. Diese ist Einfach zu machen, aber sehr schmackhaft.

    Lösen Sie 200g Zucker in 250ml Orangensaft auf. Geben Sie danach 350g frische Cranberries hinzu und kochen diese so lange auf, bis sie aufplatzen. Nehmen Sie die Sauce vom Herd und lassen Sie sie auskühlen, wodurch sie auch noch andickt.

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  • 08Dec

    Bei meiner letzten Reise nach Paris hat mich mein Bekannter Song, der mir als Couchsurfer Paris gezeigt hat, unter anderem auch in ein japanisches Restaurant mitgenommen, das die leckere traditionelle japanische Küche abseits von Sushi anbietet. Klar, Japan ist bekannt für Sushi, aber es hat aus so viele andere leckere Dinge hervorgebracht. Dennoch haben auch einige Spezialitäten ihren Weg auf die Speisekarte gefunden, die für mich persönlich eher zweifelhaft sind. Dazu gehört auch Nattō.

    Auf Grund meiner spärlichen bis nichtexistenten Französischkenntnisse habe ich mich mit ein wenig Unterstützung durch die Speisekarte gewühlt und habe mich bei der Vorspeise für Tunfisch mit Nattō entschieden. Bei der Bestellung wurde ich freundlich darauf hingewiesen, dass es einen “very special taste” hätte. Ich bin von einer Marinade ausgegangen und dachte mir, so schlimm kann es ja nicht sein. Also ja. Auch von dem “are you sure” habe ich mich nicht abbringen lassen.

    Nach einiger Zeit wurde ein Schüsselchen mit einigen Stücken rohem Tunfisch unter einer Bohnenpampe serviert. Also flugs furchtlos die Stäbchen in die Hand genommen und etwas von dem Nattō zwischen die Stäbchen genommen. Schon beim leichten Anheben zog es Fäden und sah nicht gerade vielversprechend aus. Es erinnerte mich eher an Essen, das man vor dem Urlaub vergessen hat und nach dem Urlaub entsorgen muss. Aber naja, ich habe es bestellt, jetzt muss ich es auch probieren. Der Geschmack hat mich nicht wirklich überzeugt und ist schwer zu beschreiben. Für mich hat es irgendwie muffig, salzig und gar nicht lecker geschmeckt. Ich hab zwar noch ein wenig mehr davon gegessen, mich aber dann doch entschieden, nur den Tunfisch darunter zu essen. Der war definitiv genießbar.

    Nattō besteht aus gekochten Sojabohnen, die mit einem Bakterium beimpft werden und dann im Warmen ihren Dienst verichten. Das Ergebnis ist ein Schleim von denaturiertem Einweiß.

    Mein Fazit - interessant es mal gesehen und auch probiert zu haben. Aber ich muss es definitiv kein zweites mal tun.

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    Filed under: Heute neu probiert
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  • 04Dec

    Thanksgiving ist eines der uramerikanischsten Feste, das die Familie und Freunde zusammenbringt und die Weihnachtssaison einläutet. Auch ich habe schon den großen Turkey-Day in Amerika selbst miterleben dürfen und war einfach begeistert. Die Erinnerung an Truthahn, Süßkartoffeln, Pekan Pie und die dazugehörende Geselligkeit sind auch heute nach 18 Jahren noch sehr präsent. Aus diesem Grund haben meine Frau und ich uns gedacht, warum machen wir das nicht auch bei uns? Also haben wir auch dieses Jahr wieder Freunde zum großen Fressen eingeladen - da Thanksgiving allerdings immer am vierten Donnerstags im November ist und bei uns dafür kein Feiertag vorgesehen ist, haben wir unser Essen eben auf Samstag verlegt, denn so haben wir genug Zeit für die Vorbereitungen.

    Also habe ich mich am Freitag aufgemacht, einen ausreichenden Berg voll Lebensmittel zu kaufen, um 16 Leute verköstigen zu können. Auf der Speisekarte für das eigentliche Dinner standen:

    Manche dieser Gerichte haben sich schon letztes Jahr bewährt, weswegen ich für diese auch die dazugehörigen Rezepte bereitstelle, bei anderen haben wir was neues ausprobiert, was sich zumindest in einem Fall als Fehler herausgestellt hat.

    Nachdem ich also in verschiedenen Läden die einzelnen Zutaten zusammengesucht und mich ans Auspacken gemacht habe, sah das in etwa so aus:

    Was alles verarbeitet wurde

    Was alles verarbeitet wurde

    Aber viel Zeit blieb nicht, denn ich habe noch am Abend angefangen den ersten Kuchen zu machen, da so vieles in den Backofen musste, der ja durch den großen Vogel lange belegt sein würde.

    Am nächsten Tag war dann der eigentlich Großkampftag in der Küche angesagt, denn jetzt war der ganze Rest dran. Line und ich haben uns auf die Arbeitsteilung geeinigt, sie deckt den Tisch und ich stell mich in die Küche. Da aber vieles vorzubereiten war, blieb keine Zeit für ein ausgedehntes Frühstück, denn frühes anfangen war angesagt. Teige vorbereiten und kalt stellen, in den Backformen verteilen und mit dem Inhalt füllen. Beim Pecan Pie haben wir dieses Jahr ein neues Rezept ausprobiert, da der Burbon Pecan Chocolate Pie vom Vorjahr als Nachtisch viel zu mächtig war. Aber wie oben schon angeführt, war das neue Rezept, das wir vorher nie probiert hatten, ein Fehler. Die Kuchenfüllung ist nicht fest geworden und beim Anschneiden ist die Mischung aus Butter und Ahornsirup einfach weggelaufen. Ich weiß jetzt nicht, ob ich es nur falsch gemacht habe (was wahrscheinlicher ist) oder das Rezept hier nicht ideal ist. Ich glaube ich bleib im nächsten Jahr doch wieder bei der mächtigen Variante mit Ahornsirup und Schokolade, denn wenn nicht alles am Abend wegkommt, gibts es noch ein leckeres und sehr süßes Frühstück am nächsten Tag. Und so schlecht ist das ja auch nicht.

    Da ich mich ja auf den Deal eingelassen habe, zu kochen statt zu dekorieren, ist mir natürlich auch die Aufgabe zugefallen 3 Kilo Kartoffeln und 3 Kilo Süßkartoffeln zu schälen. Und wer freut sich nicht über diese abwechslungsreiche Aufgabe. Aus den nomalen Kartoffeln ist dann das Kartoffelpüree mit Frischkäse und saurere Sahne geworden, die Süßkartoffen wurden in der Mikrowelle gegart (was wunderbar funktionert hat) und mit Pekannüssen und braunem Zucker zu Süßkartoffelpüree verarbeitet. Da das letzteres nochmal im Ofen überbacken werden sollte (es sind rohe Eier enthalten), unser Backofen aber mit der großen Pute belegt war, stand ich also kurz vor dem Eintreffen der Gäste mit zwei Auflaufformen und einem unschuldigen Lächeln im Gesicht bei unserer Nachbarin vor der Türe. Zuerst dachte sie noch ich hätte sie als kleine Überraschung bekocht, aber als ich mein Anliegen geschildert habe, musste sie lachen und stellte mir großzügigerweise ihren Backofen für eine halbe Stunde zur Verfügung.

    Für den Truthahn habe ich noch Ahornsirup und Cidre eingekocht, Butter, Zitronenschale, Thymian und Majoran eingearbeitet, damit nach dem Abkühlen eine leckere Butter entsteht, die dann auf und auch unter die Haut des Truthahns massiert wird. Eine beim ersten mal etwas befremdliche, aber wenn man sich das Ergebnis auf der Zunge zergehen lässt, absolut lohnende Aufgabe. Denn zum Einbringen der Butter muss man die Hand vorsichtig unter die Haut auf der Brust des Truthahns schieben und nach und nach vorsichtig die Verbindung zwischen Haut und Fleisch trennen. Danach kann man dann die Butter einreiben. Wie ich da dem Truthahn mit der kompletten Hand unter die Haut ging, hatte schon was von einer Szene aus Aliens - aber was macht man nicht alles für den guten Geschmack, denn durch die Ahorn-Cidre-Butter bekommt der Truthahn eine leckere Kruste und das Fleisch bleibt super saftig. Ein absoluter Traum. Im Ofen dann einfach nach einer halben Stunde mit Alufolie abdecken und ca. 3 Stunden abwarten, bis die Temperatur im Schenkel bei 80°C ist. Da kann man kaum was falsch machen.

    Der Truthahn und die Beilagen sind kurz nach Eintreffen der Gäste fertig geworden, so dass ich auf Grund der Meute hungriger Raubtiere, die schon am Tisch Platz genommen hat, mich nicht mehr getraut habe, Bilder des fertigen Gerichte zu machen. Und wer will schon angenagte Truthahngerippe und leere Schüsseln sehen?

    Zusammenfassend kann man eigentlich nur sagen, auch wenn wir in Deutschland eigentlich kein Thanksgiving feiern, so ist es doch eine wunderbare Gelegenheit mit Freunden Pfunde zuzulegen. Die Geselligkeit in so einer Runde ist einfach wunderbar und das gemeinsame Gefühl am Ende, dass jeder satt und glücklich ist, lohnt diesen Aufwand. Aus diesem Grund werde ich mich auch in ca. einem Jahr wieder den ganzen Tag in die Küche stellen. Wenn sich solche Gelegenheiten zum geselligen Zusammensein und Essen bieten, kann ich nur jedem empfehlen, diese wahrzunehmen.

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