• 05Mar

    Bisher habe ich Essig immer nur mit Kochen oder Salatsoße in Verbindung gebracht – zumindest im Kontext der Nahrungsmittel. Zum Reinigen kann man ihn natürlich genauso verwenden wie für das nette Experiment in dem man ein Ei für einige Tag in Essig legt. Der Kalk des Eis wird komplett abgebaut und zurück bleibt ein weiche Schale. Aber ich schweife vom Thema ab.

    Was für mich neu war, ist die Tatsache, dass man Essig auch trinken kann. Nicht in der Form, dass man den Rest der Salatsoße trinkt, sondern pur als Aperitif. Zum ersten Mal habe ich das im Yakiniku – einem japanischen Barbecue-Restaurant in Stuttgart auf der Speisekarte gesehen. Der Trinkessig ist zwar nicht typisch japanisch, genauso wenig wie in meinen Augen, amerikanisches Entrecot, Barbarie-Ente und Iberico-Schwein, das neben anderen Sachen in dünnen scheiben zum Selbergrillen am Tisch angeboten wird, aber alles ist dort super lecker – nicht nur der Essig.

    Verschiedene Trinkessige, die der Doktorenhof herstellt, werden unter so klangvollen Namen wie Paradisius, “Engel küssen die Nacht”, “1001 Nacht Balsam” oder “Gold of Arabia” im Yakiniku in ebenso interessanten Gläsern als Aperitif oder auch als “Zwischengang” angeboten. Aber natürlich kann man beim Doktorenhof auch für den Genuss zu Hause ordern.

    Trinkesig vom Doktorenhof

    Trinkessig vom Doktorenhof

    Der Essig hat eine etwas dickflüssigere Konsistenz und gibt schon beim vorsichtigen dran Riechen einen Vorgeschmack auf das besondere, was einen da erwartet. Kostet man einen kleinen Schluck, schmeckt man natürlich die Säure des Essigs, die aber sehr gut durch eine Süße und verschiedene Aromen wie Granatapfel, Orange oder Aprikosen (je nachdem welchen Essig man trinkt) ergänzt wird. Zusammen ist es ein feiner, ausgewogener, aber sehr intensiver Geschmack, von dem ich persönlich eigentlich nicht genug kriegen kann. Aber da es sich nach wie vor um eine Säure handelt – wenn auch nur ca. 3% – sollte man es nicht in Massen trinken.

    Ich bin inzwischen ein richtiger Fan dieses Produkts. Es ist mal was anderes und überrascht Leute, die Trinkessig nicht kennen, immer wieder. Die anfängliche Skepsis weicht nach dem ersten zögerlichen Schluck einem positiv Gesichtsausdruck oder einfach einem “Woah”.  Der Trinkessig ist als Aperitif eine gute Alternative zu Portwein, Sherry oder Martini. Da Essig keinen Alkohol enthält kann er zu jeder Tages- und Nachtzeit angeboten werden, auch wenn Gäste z.B. noch fahren müssen oder aus anderen Gründen keinen Alkohol trinken wollen. Aber auch als Geschenk ist es gerne gesehen und eignet sich auch als Notgeschenk, wenn man nicht weiß, was man schenken kann, und reiht sich nicht in die Sammlung von Sektflaschen ein.

    Mein Fazit – definitv probieren. Es ist sehr lecker.

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